Silicium (Kieselsäure)

1. Januar 2026

mineralisch spurenelement bindegewebe haut-haar-nägel knochen silicium kieselsäure orthokieselsäure kollagen bioverfügbarkeit vorläufig

Belegstatus: am Bindegewebe-, Knochen- und Kollagenstoffwechsel beteiligt · kleine RCTs mit bioverfügbarer Orthokieselsäure (Haut/Haar/Nägel) positiv · Essenzialität nicht abschließend geklärt · Bioverfügbarkeit stark formabhängig
Gruppe (Heimat): Mineralstoffe → Spurenelemente


Steckbrief

Feld Angabe
Synonyme / Trivialnamen Silicium; Silizium; Kieselsäure; Silica (Siliciumdioxid); engl. Silicon
Wissenschaftl. Bezeichnung Silicium (Element, Symbol Si, Ordnungszahl 14); bioverfügbar als Orthokieselsäure (H₄SiO₄)
Substanzklasse Halbmetall / Spurenelement
Natürliches Vorkommen Vollkorn/Getreide (Hafer, Gerste), Bier, Trinkwasser, Gemüse; Pflanzen wie Bambus/Schachtelhalm sehr reich [887][891]
Verwendeter Teil In Präparaten als Orthokieselsäure (ch-OSA), kolloidale Kieselsäure, Silicagel, Bambus-/Schachtelhalmextrakt

Herkunft & Gewinnung

Silicium kommt in der Natur nie rein, sondern an Sauerstoff gebunden als Siliciumdioxid/Silica vor [890]. Die bioverfügbare Form für den Menschen ist die wasserlösliche Orthokieselsäure (OSA), die z. B. in Trinkwasser und Bier vorliegt und gut resorbiert wird [887][891]. Wichtig — Bioverfügbarkeit: Feste, schwerlösliche Silica-Formen (aus pflanzlicher Nahrung, Siliciumdioxid) werden schlecht aufgenommen; lösliche Formen (OSA, cholin-stabilisierte OSA „ch-OSA", kolloidale Kieselsäure, Zeolithe) setzen resorbierbare Orthokieselsäure frei [889][890]. Pflanzen wie Schachtelhalm und Bambus sind besonders siliciumreich [891].

Wirkstoffe & Chemie

Silicium ist an der Bildung und Erhaltung von Bindegewebe beteiligt: Orthokieselsäure stimuliert die Kollagensynthese in Hautfibroblasten (u. a. über Prolyl-4-Hydroxylase) und beeinflusst Glykosaminoglykane [888][890]. Im Tiermodell führt Siliciummangel zu verringertem Kollagen-/GAG-Gehalt im Bindegewebe und veränderter Knochenmineralisation [888][891]. Die höchsten Körperkonzentrationen finden sich in Knochen, Sehnen, Aorta, Haut — Geweben, die Struktur/Elastizität brauchen [887][890].

Funktion und Einsatz im menschlichen Körper

Silicium wird eine Rolle für Knochenmineralisierung, Kollagen-/Bindegewebsbildung sowie Haut, Haare und Nägel zugeschrieben [887][890]. Ob es essenziell ist, ist nicht abschließend geklärt — eine anerkannte Mangelkrankheit beim Menschen fehlt, und es gibt keine RDA [887][890]. Eingesetzt wird es v. a. kosmetisch (Haut/Haar/Nägel) und für die Knochengesundheit.

Wirkungen auf den Körper

Traditionelle / historische Verwendung

Schachtelhalm („Zinnkraut") wird volksmedizinisch seit Langem für Haut, Haare, Nägel und Bindegewebe verwendet — traditionell auf den Kieselsäuregehalt zurückgeführt [891]. Reine Verwendungsbeschreibung.

Studienlage

Einsatz in Naturheilkunde & Alternativmedizin

⚠️ Nicht wissenschaftlich belegt — bitte zuerst lesen.
Dieser Abschnitt beschreibt eine Praxis. Für bioverfügbare Formen gibt es kleine, positive
RCTs (Haut/Haar/Nägel); breitere Heilversprechen sind nicht belegt.
Bei Osteoporose/Hauterkrankungen ersetzt Silicium keine ärztliche Behandlung.

Praxisrichtung(en): Kosmetik-/„Beauty-from-within"-Praxis; Phytotherapie (Schachtelhalm); Knochen-Supplementierung

Wird eingesetzt bei: Silicium/Kieselsäure wird für Haut/Haare/Nägel, Bindegewebe, Knochengesundheit/Osteoporose und Gelenke eingesetzt [887][890].

Begründung in der Praxis: Über die Kollagen-/Bindegewebsförderung durch Orthokieselsäure. Für Haut/Haar/Nägel teils durch kleine RCTs gestützt.

Übliche Form & Handhabung in der Praxis: Cholin-stabilisierte Orthokieselsäure (ch-OSA), kolloidale Kieselsäure, Silicagel; Schachtelhalm-/Bambusextrakte. Auf die bioverfügbare Form achten — reines Siliciumdioxid wird kaum resorbiert [889][890].

Einordnung: Die kosmetischen Anwendungen (Haut/Haar/Nägel) decken sich mit kleiner, aber positiver RCT-Evidenz für bioverfügbare Formen [888][889]. Die Knochen-Claims sind vorläufig und nur im Verbund mit Calcium/Vitamin D/Protein sinnvoll. Entscheidend ist die Form (OSA/ch-OSA), nicht die bloße „Silica"-Angabe.

Quelle der Praxisbeschreibung: [887][890]

Belegt wird hier die Existenz der Praxis; Haut-/Haar-/Nagel-Effekte sind (klein) belegt.

Praktische Hinweise

Zubereitung & Anwendungsformen

Bioverfügbare Formen bevorzugen: ch-OSA, kolloidale Kieselsäure, Silicagel; Schachtelhalm-/Bambusextrakte. Übliche Zufuhr aus Nahrung/Wasser/Bier; Supplemente meist 5–20 mg elementares Silicium/Tag [890].

Handhabung & Lagerung

Trocken und lichtgeschützt lagern; flüssige Kieselsäure-Formen nach Herstellerangabe.

Wer sollte vorsichtig sein

Empfohlene Dosierung / Referenzwerte

Keine RDA (Essenzialität ungeklärt). Studien-/Praxisdosis: ~10 mg Si/Tag als bioverfügbare OSA/ch-OSA (Haut/Haar/Nägel) [888][889]; supplementär meist 5–20 mg/Tag, deutlich unter vorgeschlagenen Obergrenzen [890].

Risiken, Neben- & Wechselwirkungen

Bioverfügbare Siliciumformen sind in üblichen Mengen gut verträglich; Orthokieselsäure wird nicht in der Leber metabolisiert und beeinflusst Arzneimittel-abbauende Enzyme kaum [890]. Mögliche verzögerte Resorption anderer Mineralstoffe/Medikamente bei gleichzeitiger Einnahme (Abstand halten). Vorsicht bei Nierenerkrankung/Nierensteinen. Inhalierte kristalline Silica (Staub) ist ein arbeitsmedizinisches Lungenrisiko — betrifft nicht die orale Nahrungsform.

Rechtlicher Status

Silicium/Kieselsäure ist in DE, AT und CH als NEM-Zutat verkehrsfähig; Siliciumdioxid ist als Lebensmittelzusatzstoff (Trennmittel) E 551 zugelassen. Gesundheitsbezogene Werbung unterliegt der EU-Health-Claims-Verordnung.

Zusammenfassung

Silicium ist ein Spurenelement, das am Bindegewebe-, Knochen- und Kollagenstoffwechsel beteiligt ist; die bioverfügbare Form ist die wasserlösliche Orthokieselsäure (OSA) [887][890]. Kleine, aber positive RCTs mit cholin-stabilisierter OSA zeigen bessere Hautelastizität, Nagelfestigkeit und Haarqualität (10 mg Si/Tag) [888][889]. Knochen-Effekte sind vorläufig und an Kofaktoren gebunden [890][891]. Die Essenzialität ist nicht abschließend geklärt (keine RDA). Entscheidend ist die bioverfügbare Form — reines Siliciumdioxid wird kaum resorbiert. Gut verträglich; Vorsicht bei Nierenerkrankung und zeitlicher Abstand zu Medikamenten.

Quellen

[887] Discover how silica/silicon can feed your hair, skin, nails and bones (OSA bioverfügbarste Form; höchste Spiegel in Knochen/Sehnen/Aorta/Haut; Affinität zu Molybdän/Ca; Aluminium-Bindung; keine RDA). WellBeing Magazine (Sekundärquelle). https://www.wellbeing.com.au/body/health/discover-silicasilicon-can-feed-hair-skin-nails-bones.html
[888] Barel A, Calomme M, et al. Effect of oral intake of choline-stabilized orthosilicic acid on skin, nails and hair in women with photodamaged skin (RCT, 50 Frauen, 20 Wochen, 10 mg Si/Tag ch-OSA; Hautelastizität/-oberfläche↑, Nagelbrüchigkeit↓; OSA stimuliert Kollagensynthese). Arch Dermatol Res / JAAD 2005. https://www.jaad.org/article/S0190-9622(04)02898-1/fulltext
[889] Choline-stabilized orthosilicic acid — Haar-RCT & Übersicht (48 Frauen, 9 Monate, 10 mg Si/Tag; Haar-Zugfestigkeit/-morphologie↑; ch-OSA erhöht Hydroxyprolin im Derm; lösliche vs. schwerlösliche Formen). Science.gov-Zusammenfassung. https://www.science.gov/topicpages/o/orthosilicic+acid+supplementation
[890] Silica mineral for skin and hair — uses, dosage, side effects (Si an Knochenmineralisierung/Kollagen/Bindegewebe; bioverfügbare vs. schwerlösliche Formen; 5–20 mg/Tag; Nierenvorsicht; 2–3 h Abstand zu Medikamenten; als Ergänzung, nicht Stand-alone). VitaLibrary (Sekundärquelle). https://vitalibrary.com/silica-benefits-skin-hair-dosage/
[891] Biological and therapeutic effects of ortho-silicic acid and OSA-releasing compounds (OSA als bioverfügbare Form; Quellen ch-OSA/Silicate/kolloidale Kieselsäure/Zeolithe; Knochen/Kollagen/Haut/Haar/Nägel; Schachtelhalm/Bambus). PMC3546016. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3546016/

[888] (JAAD-RCT) und [891] (peer-reviewt) sind die tragenden Quellen; [887]/[890] sind Sekundärquellen — die Barel/Calomme-RCTs sollten vor Veröffentlichung als Primärquellen direkt zitiert werden. [Zu prüfen]

Verwandte Substanzen

Vorkommen in Organismen

Speicherort (Wiki.js)

Beim Anlegen der Seite exakt so eintragen. Der Pfad ist die Verlinkungs-Adresse
alle Links anderer Seiten zeigen hierauf. Nach dem Anlegen nicht mehr ändern,
sonst brechen sie. Der Titel ist nur Anzeige und jederzeit änderbar.

Pfad: /substanzen/mineralstoffe/spurenelemente/silicium
Titel: Silicium (Kieselsäure)


Dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung.