Süßholz

1. Januar 2026

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Belegstatus: botanisch/chemisch gut belegt · Quelle des Glycyrrhizins (Lakritz-Rohstoff); traditionell bei Atemwegs-/Magenbeschwerden. ⚠ Sicherheitskritisch: übermäßiger Glycyrrhizin-Konsum verursacht Pseudoaldosteronismus (Bluthochdruck, Hypokaliämie, Ödeme) — Details auf der Glycyrrhizin-Seite
Gruppe (Heimat): Organismen → Pflanzen

⚠️ Sicherheitskritischer Eintrag. Der Wirkstoff Glycyrrhizin hat ein enges Sicherheitsfenster. Die ausführliche Sicherheits-/Studienlage steht auf der Glycyrrhizin-Seite.

Heilpflanzen-Organismus. Diese Seite beschreibt die Pflanze und ihren Wirkstoffgehalt und verlinkt zum Wirkstoff.


Steckbrief (Organismus)

Feld Angabe
Deutscher Name Echtes Süßholz (Lakritzwurzel)
Wissenschaftlicher Name Glycyrrhiza glabra L.
Systematik Hülsenfrüchtler (Fabaceae/Leguminosae)
Natürliche Verbreitung Südeuropa, Vorderasien; kultiviert
Genutzte Teile Wurzel und Ausläufer
Handelsformen Wurzel (geschnitten), Extrakt, Lakritz, Tee; DGL (deglycyrrhizinisiert)

Botanik & Herkunft

Echtes Süßholz (Glycyrrhiza glabra) ist ein mehrjähriger Halbstrauch aus der Familie der Hülsenfrüchtler, dessen Wurzel den Rohstoff für Lakritz liefert [757]. Für den süßen Geschmack und die Wirkung verantwortlich ist das Triterpensaponin Glycyrrhizin (Glycyrrhizinsäure), dessen Gehalt in der Wurzel je nach Herkunft/Sorte stark schwankt (etwa 2–25 %, häufig ~5–14 mg/g im Extrakt) [757][758][759]. Glycyrrhizin ist rund 30–50-mal süßer als Zucker [760].

Enthaltene Wirkstoffe

Wirkstoff Klasse Rolle Seite
Glycyrrhizin (Glycyrrhizinsäure) Triterpensaponin Leit-Wirkstoff; Süße + Sicherheitsrisiko Glycyrrhizin
Liquiritin, Liquiritigenin Flavonoide begleitend (u. a. hustenreizlindernd) (keine eigene Seite)
Glabridin Isoflavan begleitend; antioxidativ (keine eigene Seite)

Funktion & Einsatz im menschlichen Körper

Süßholz wird als Lakritz-Rohstoff/Süßungsmittel und als Heilpflanze bei Atemwegs- und Magenbeschwerden verwendet. Glycyrrhizin und Begleitflavonoide wirken schleimlösend/hustenreizlindernd und werden bei Magenschleimhautbeschwerden eingesetzt [757]. Die sicherheitsrelevanten Details (Mineralocorticoid-Effekt) stehen auf der Glycyrrhizin-Seite.

Wirkungen auf den Körper

Traditionell und teils klinisch werden expektorierende, entzündungshemmende und magenschützende Effekte beschrieben [757]. Der pharmakologisch entscheidende Punkt: Glycyrrhizin hemmt die 11β-Hydroxysteroid-Dehydrogenase und wirkt so mineralocorticoid-artig (aldosteron-ähnlich) — daraus folgt bei übermäßigem/langem Konsum ein Pseudoaldosteronismus mit Bluthochdruck, Kaliumverlust und Ödemen [761]. Die vollständige Bewertung steht auf der Glycyrrhizin-Seite.

Traditionelle / historische Verwendung

Süßholz ist eine der ältesten dokumentierten Heilpflanzen (u. a. bei Dioskurides beschrieben) und wurde bei Husten, Halsschmerzen und Magenbeschwerden verwendet [757]. Reine Verwendungsbeschreibung.

Studienlage

Belastbare Aussagen und die zentrale Sicherheitsbewertung betreffen den Wirkstoff Glycyrrhizin und stehen dort. Kurz: hustenreizlindernd/magenschützend traditionell bis vorläufig belegt; Pseudoaldosteronismus als reales, dosisabhängiges Risiko. Details/Quellen: Glycyrrhizin.

Einsatz in Naturheilkunde & Alternativmedizin

⚠️ Nicht wissenschaftlich belegt — bitte zuerst lesen.
Dieser Abschnitt dokumentiert, wie in naturheilkundlicher Praxis mit dieser Pflanze
gearbeitet wird. Er beschreibt eine Praxis, nicht eine nachgewiesene Wirkung.
Bei ernsthaften Erkrankungen ersetzt keine der hier beschriebenen Anwendungen eine
ärztliche Diagnose und Behandlung.

Praxisrichtung(en): Phytotherapie; TCM (Gancao); Ayurveda

Wird eingesetzt bei: Süßholz wird bei Husten/Bronchitis, Halsschmerzen, Magenschleimhautbeschwerden/Gastritis und (in der TCM) als „Harmonisierungsmittel" in Rezepturen eingesetzt [757].

Begründung in der Praxis: Über die schleimlösenden, entzündungshemmenden und magenschützenden Eigenschaften des Glycyrrhizins und der Flavonoide.

Übliche Form & Handhabung in der Praxis: Als Tee/Dekokt, Extrakt, Lakritz oder als DGL (deglycyrrhizinisiertes Süßholz) — Letzteres reduziert das Pseudoaldosteronismus-Risiko.

Einordnung: Die Atemwegs-/Magenanwendung ist traditionell etabliert und teils plausibel. Entscheidend ist die Dosis-/Dauergrenze: Schon regelmäßiger Lakritzkonsum kann bei empfindlichen Personen Blutdruck und Kalium beeinflussen. Bei Bluthochdruck, Herz-/Nierenerkrankung, Schwangerschaft und in Kombination mit bestimmten Medikamenten ist Süßholz/Glycyrrhizin kritisch — hier ausdrücklich die Glycyrrhizin-Sicherheitsseite beachten.

Quelle der Praxisbeschreibung: [757]

Belegt wird hier die Existenz der Praxis, nicht ihre Wirksamkeit.

Praktische Hinweise

Zubereitung & Anwendungsformen

Als Tee/Dekokt, Extrakt oder Lakritz. Für längere Anwendung ist DGL (glycyrrhizinarm) die sicherere Form.

Handhabung & Lagerung

Trocken und lichtgeschützt lagern.

Wer sollte vorsichtig sein

Dosierung

Für Glycyrrhizin bestehen Richtwerte für die tägliche Zufuhr (siehe Glycyrrhizin-Seite). „Normale" Lakritzmengen können bei empfindlichen Personen bereits relevant sein.

Risiken, Neben- & Wechselwirkungen

Zentrales Risiko ist der Pseudoaldosteronismus (Bluthochdruck, Hypokaliämie, Ödeme) bei übermäßigem/langem Konsum sowie entsprechende Medikamenten-Wechselwirkungen [761]. Vollständige Sicherheitsbewertung: Glycyrrhizin.

Rechtlicher Status

Süßholz/Lakritz ist in DE/AT/CH als Lebensmittel und Heilpflanze verkehrsfähig; für stark glycyrrhizinhaltige Lakritzprodukte bestehen Kennzeichnungspflichten („Erwachsenenlakritz"/Hinweis für Personen mit Bluthochdruck).

Zusammenfassung

Süßholz (Glycyrrhiza glabra) ist der Lakritz-Rohstoff und Quelle des Triterpensaponins Glycyrrhizin (Wurzelgehalt ~2–25 %, 30–50-mal süßer als Zucker) [757][760]. Traditionell wird es bei Atemwegs- und Magenbeschwerden verwendet. Sicherheitskritisch ist der mineralocorticoid-artige Effekt: übermäßiger Konsum verursacht Pseudoaldosteronismus [761]. Für Dauergebrauch ist DGL sicherer. Die vollständige Sicherheits-/Studienlage steht auf der Glycyrrhizin-Seite.

Quellen

[757] Glycyrrhiza Glabra: Chemistry and Pharmacological Activity — Botanik, Glycyrrhizin-Gehalt (2–25 %), traditionelle Verwendung (Husten/Bronchialkatarrh). Springer (peer-reviewt). https://link.springer.com/rwe/10.1007/978-3-319-26478-3_21-1
[758] Phytochemical, Antioxidant, Antimicrobial and Safety Profile of Glycyrrhiza glabra L. Extract (Glycyrrhizin 13,9 mg/g Trockenextrakt). PMC11644507 (peer-reviewt). https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC11644507/
[759] Glycyrrhizic acid- and glabridin-rich genotypes of cultivated licorice (GA 5–23 mg/g DW). PMC11094143 (peer-reviewt). https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC11094143/
[760] Glycyrrhiza Glabra Root — Süßkraft 30–50-fach vs. Zucker; mineralocorticoid-artige Bestandteile. ScienceDirect Topics (Übersicht). https://www.sciencedirect.com/topics/neuroscience/glycyrrhiza-glabra-root
[761] Glycyrrhizin — Pseudoaldosteronismus (11β-HSD-Hemmung), Bluthochdruck/Hypokaliämie. Zusammengefasst und quellenbelegt auf der Glycyrrhizin-Substanzseite. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9429499/

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